So geht Kaffee

Schluck für Schluck Leidenschaft – bei Rigano caffe in Remscheid gibt es selbstgeröstete Bohnen. Die hat das Ehepaar Rigano sogar schon einmal selbst gepflückt. Und die ersten beiden eigenen Kaffeesorten nach ihren Kindern benannt.

Eins gleich vorweg: Mit dem Thema Kaffee könnte man alleine diese ganze ENGELBERT-Ausgabe füllen. Geht aber nicht. Also kümmern wir uns nur um Riganos Kaffee. Stephanie und Lorenzo Rigano haben eine echte Leidenschaft, und die zum Beruf gemacht: Kaffeebohnen.
In ihrem Geschäft an der Nordstraße stapeln sich die schönen Jute-Säcke mit Aufdrucken aus aller Welt. Genauer gesagt, aus Ländern südlich des Äquators. Dem sogenannten Kaffeegürtel. Stefanie Rigano serviert erst einmal einen frischen Cappuccino. Kurz darauf schüttet sie eine Tüte grün-weiße rohe Kaffeebohnen in den Röster im Geschäft. Der fährt langsam auf Temperatur und am Ende wird ein toller Kaffee aus Honduras dabei herauskommen. Angefangen hat alles mit Kaffeemaschinen, die Lorenzo Rigano schon lange verkauft. Immer mehr hat sich auch seine Frau vor rund zehn Jahren mit dem Thema Kaffee beschäftigt und irgendwann war klar: Das Zeug aus dem Supermarkt ist nicht das, was wir wollen. Wir wollen unsere eigenen Sorten kreieren.

Seitdem bilden sich die beiden ständig weiter, haben die Berlin School of Coffee besucht und schauen auch immer wieder bei ihren Kaffeebauern in den Ursprungsländern vorbei. Und sie helfen auch mal bei der Ernte, zum Beispiel bei einem Zulieferer in Peru. „Bella Elisa“ und „Rico Speziale“ – so heißen die ersten zwei Sorten, die sie 2010 auf den Markt gebracht haben. Benannt nach ihren beiden Kindern. Die eine Sorte mild, die andere etwas stärker im Geschmack. Seitdem wurden es immer mehr, 40 Sorten stehen aktuell im Regal und sind im Rigano-Online-Shop zu haben. Stephanie Rigano steht immer wieder auf und „testet“ die Röstung. Zieht mit einem kleinen Löffel einzelne Bohnen aus dem großen Behälter und schnuppert daran. Auch genau hinhören müsse man während der rund 20 Minuten dauernden Röstung. Der „First Crack“, also das erste laute Knacken, signalisiert: Jetzt muss die Temperatur etwas reduziert werden, damit die Bohnen nicht verbrennen. Man merkt dem Ehepaar an, dass es Spaß hat an seinem Business. Und genau den wollen die Riganos noch lange weiterführen, machen deshalb auch am liebsten alles selbst. Nur ein paar Familienangehörige dürfen im Geschäft, in der Rösterei und im Lager helfen.

30 Tonnen Kaffee pro Jahr

Nicht zu hektisch darf es im Betrieb werden, denn sonst leide auch die Qualität. Und genau das sei es, was den Kaffee kleiner Röstereien ausmache. Die herausragende Qualität. Man nimmt sich Zeit für den Röstvorgang, beobachtet die Temperatur und gekühlt werde nur mit Luft, nicht mit Wasser, wie es die großen Röstereien aus Zeitgründen machen. Und: Wie der Kaffee geerntet wird, auch das ist wichtig. Denn im besten Fall landen nur die reifen roten Kaffeekirschen im Erntesack, woraus dann auch die besten Bohnen gewonnen werden können. Das hat natürlich auch seinen Preis. Rund 20 Euro kostet das Kilo Kaffee bei Rigano caffe. Deutlich mehr als im Supermarkt. Das sei aber für die Kunden kein Problem, sagen die Experten.

Immer öfter sei Qualität gefragt und auch die Expertise. Manchmal ließen sich Kunden sehr lange beraten, welche Bohne für sie denn nun die richtige sei, wo sie herkomme und unter welchen Bedingungen sie gewachsen ist. Fast wie bei Wein-Liebhabern sei das inzwischen, sagt Stephanie Rigano, die sich über das steigende Interesse der Kunden freut. Die meisten bleiben irgendwann bei ihrer Lieblingssorte hängen. „Für den Supermarkt-Kaffee haben Sie uns für immer versaut“, hört sie auch schon mal von ihren Kunden. 30 Tonnen Kaffee verkaufen die Riganos inzwischen pro Jahr. Online, in ihrem Geschäft an der Nordstraße 130 und zum Beispiel auch bei einigen Edeka-Filialen in Remscheid und in der ErlebBar an der Hindenburgstraße.

Ein Artikel aus dem ENGELBERT Remscheid, Ausgabe 16.

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