Feuer und Flamme

Der Wipperfürther Grillexperte Stephan Berghaus gibt sein 
Wissen gerne weiter. a Beispiel beim Seminar in Vöpel‘s 
Greenhouse. ENGELBERT durfte mitmachen. Und probieren!

Sonnenschein, Feierabend, Grill an. „Aber Bauchspeck verbrennen kann ja jeder“, weiß der Wipperfürther Grillprofi Stephan Berghaus. Und er muss es wissen, gibt er doch unter anderem das erfolgreiche Kochbuch „Wild Kitchen“ heraus, in dem es nicht nur um die Zubereitung von Fleisch, sondern auch was die Kreation von leckeren Soßen geht. Regelmäßig gibt Berghaus, von allen liebevoll Bonsai genannt (steht sogar auf seinem Shirt!) sein Wissen weiter. Und das nie alleine. Zum Grillseminar in Vöpels Greenhouse in Hückeswagen hatte er Kollege Roland mit dabei. Und einige Grillfans zu Gast.

Auch ENGELBERT durfte erleben, wie vielfältig das Abenteuer Grillen ist. Und dann treffen zehn Männer auf zwei ENGELBERT-Frauen, die dem Klischee entgegenwirken, Grillen sei eine reine Männersache. Vor allem ist es an diesem Abend in Vöpel‘s Greenhouse echtes Teamwork. Der eine rührt, der andere knetet, der nächste schnibbelt. Und alle erleben ziemlich kurzweilige vier Stunden. Erst mal geht es auch gar nicht ums klassische Steak.

Nach einer kleinen Stärkung (Ciabatta, welches leicht geröstet mit Knoblauchöl bestrichen und dann mit Bacon und einem gebratenen Wachtelei belegt wird – lecker!), geht es auch schon ans Eingemachte: mit einer original Baconbomb. Auf dem Backpapier weben wir aus Baconstreifen ein großes Netz und breiten das gewürzte Hackfleisch darauf aus. Wichtig: Das Fleisch nicht zu stark salzen, da der Speck ja auch seine eigene Würze abgibt. Auf das gehackte Rind- und Schweinefleisch verteilen wir dann noch das zuvor angeschwitzte Gemüse und den geriebenen Käse. Jetzt wird es diffizil: Das Zusammenrollen der Bomb im Backpapier will gelernt sein. Am Ende können die Enden mit kleinen Pikern zusammengesteckt werden. Und ab auf den Grill damit.

Eine Bomb braucht die passende Soße. „Bonsai“ empfiehlt Chilli-Cheese. Wenn, dann richtig. Für die Soße wird Sahne für eine lange Zeit auf konstante 70 Grad erhitzt – das geht am besten auf Holzkohle-Grills, von denen es bei Vöpel ja eine große Auswahl gibt. Bevor alle Kursteilnehmer den zwölf Monate alten Cheddar komplett wegnaschen können, kommt er schnell in die Sahne. Aber nicht allein: Auch junger Cheddar sowie Schmelzkäse und (nachdem alles schön cremig verrührt ist) frische Jalapenos geben der Soße ihre besondere Würze.  Inzwischen bereiten rund um die Theke die Teilnehmer schon den zweiten Gang vor – eine glasierte Putenbrust. Die wird erst scharf angebraten und danach langsam gegart (geht übrigens auch anders herum).

Zum Garen wandert das Fleisch in den indirekten Grillbereich. Roland erklärt, wieso: „Es gibt bei den meisten Grills einen direkten Bereich, genau über der Flamme, und einen indirekten. Überm Feuer sollten Steaks nur kurz angebraten und dann in den indirekten verlegt werden.“ Sprich: Deckel drauf, garen lassen. Klar gibt es auch zur Pute eine Beilage, diesmal eine gemüsige – gefüllte Tomaten mit Cuscoussalat. Das Schöne am gemeinsamen Grillen: Alle Teilnehmer lernen sich untereinander und vor allem die unterschiedlichen Grills besser kennen. Roland und Bonsai beantworten gerne alle Fragen und davon hat Mann doch einige. Und endlich: Wir dürfen probieren! In gemütlicher Runde am großen Tisch mitten im Greenhouse, umgeben von exklusiven Grills und traumhaft schöner Deko für daheim.

Wer jetzt denkt, das war‘s, liegt komplett falsch. Denn jetzt sind die Steaks aus dem Schildstück dran. Interessant: In Deutschland wird daraus meist Gulasch gemacht. Die Amerikaner stattdessen nutzen es schon lange für Steaks. Wer das mal probieren möchte, sollte nur beachten:
Es ist von Faszien und einer dicken Sehne durchzogen; hier muss also viel vorbereitet werden. Müssen wir auch und die Arbeit lohnt sich: Das Fleisch sieht ein bisschen so aus wie ein Glätteisen. Deshalb nennen es die Amerikaner auch „Flat Iron.“

Kurz vor 22 Uhr. Zeit für die Gruppenarbeit. Drei Gruppen, drei Grills (ganzflächiger Plancha, Holzkohle und Gas), drei Steaks lautet die Devise. Jetzt sie spannende Frage: Wo liegen die Unterschiede in Geschmack und Konsistenz? Antwort: Gibt keine!
Klar, dass später auch die Barbecue-Soße aus dem Wild Kitchen Kochbuch frisch zubereitet wird.

Und einfach toll, dass wir die am Ende sogar mit nach Hause nehmen dürfen. Aber erst nach dem Dessert. Dafür ist auch nach dem Steakgenuss noch etwas Platz. Erdbeeren mit Marshmallows! Und oben drauf wird auch noch Ahoibrause gestreuselt. Süßes UND Saures! Dazu noch Fruchtiges. Ein Traum. Leicht vorzubereiten und super lecker! So schnell geht ein Grillseminar in Vöpels Greenhouse zu Ende. Spannend war‘s, informativ und lecker sowieso. All das in einem tollen Ambiente, wo es neben der Grillkultur viele Schätze und Einzelstücke zu entdecken gibt. Für Männer. Und Frauen.

Ein Artikel aus dem ENGELBERT Remscheid, Ausgabe 15.

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