15 Minuten in der Küche der Gaststätte Rüdenstein

Löffelweise
Ulf Lucassen kreiert einen wahren Gaumenschmaus.

Der Zander brutzelt in der Pfanne. Das magere Fleisch wird langsam weiß. Routiniert bereitet Ulf Lucassen derweil die Beluga-Linsen vor. Er hat alles im Blick. In seinem Metier hat er schon viel gesehen. Elf Jahre lang war Ulf Lucassen auf Wanderschaft. Er kochte in Gourmetküchen in Schleswig-Holstein, auf Sylt und sogar in Schottland.

Vor fünf Jahren hat er seinen Ruhepol, seine neue Heimat gefunden: die Gaststätte Rüdenstein. Aus dem Fenster kann er Wälder sehen, draußen plätschert die Wupper an der Außenterrasse vorbei, im Inneren der Gaststätte krabbelt und brabbelt mittags noch Sohn Thies (11 Monate). Der Liebe wegen ist Ulf Lucassen in Solingen sesshaft geworden. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Katrin und deren Mutter Petra Meis leitet er die Geschicke der Gaststätte Rüdenstein. Er ist der Chef in der Küche. Seine Erfahrungen in anderen Häusern kommen ihm dabei zugute – zum Beispiel, wenn es um das Gericht geht, das er gerade zubereitet. Zanderfilet auf Kokos-Curry-Linsen, das gab es früher nicht auf der Speisekarte. 

Behutsam legt Ulf Lucassen den Fisch auf ein Bett aus Linsen. Oben drauf kommt Thymian, als Farbtupfer. Als letzten Schliff träufelt der Koch etwas von der currygelben Soße als Umrandung auf den Teller. Das Auge isst schließlich mit.

Ulf Lucassen und sein Küchenteam wollen den Gästen etwas Besonderes bieten – einen Gaumenschmaus und eine Augenweide zugleich.
Zugegeben: Das Zanderfilet auf Kokos-Curry-Linsen ist ein Gericht, das innerhalb der Speisekarte aus der Reihe tanzt.

Grundsätzlich setzt man in Obenrüden auf die gutbürgerliche Küche, also auf Kottenbutter, Sülze, Bratkartoffeln, Heringsstipp, Reibekuchen und Waffeln. „Die Gaststätte Rüdenstein ist nun einmal ein Ausflugslokal“, sagt Ulf Lucassen. Es gebe Stammgäste, die jede Woche zur gleichen Zeit kommen und das gleiche Gericht bestellen. Das Schweineschnitzel „Rüdenstein“ mit Spiegelei, Schmorzwiebeln, Speckbohnen und Bratkartoffeln ist beispielsweise ein solch beliebtes Mahl. Die Gaststättenbetreiber haben aber den Anspruch, immer mal wieder auch etwas Neues zu bieten und sich Ernährungstrends zu öffnen. Auch Vegetarier, Veganer und Menschen, die unter Allergien leiden, sollen sich in der Gaststätte Rüdenstein satt essen können. Dass das klappt, zeigt die Zahl der Bestellungen. An Spitzentagen, erzählt Lucassen, gehen etwa 300 À-la-carte-Essen raus. Da ist das zehnköpfige Team in der Küche ganz schön gefordert. Voll wird es auch an den Grillabenden, wenn Ulf Lucassen selbst am Grill steht. Geboten werden dann verschiedenste Sorten Fleisch samt entsprechender Beilage. Krönen können die Gäste den Restaurantbesuch mit einem hausgemachten Dessert, einem Eis zum Beispiel. Die Sorten Haselnuss, Vanille, Milchreiseis, Schokolade, Erdbeere, Zitrone und Joghurt stellt das Küchenteam vor Ort selbst her. Wie bei jedem Gericht gilt auch hier: Nur hochwertige Zutaten regionaler Anbieter kommen auf den Teller.

Ein Artikel aus dem Engelbert Solingen, Ausgabe 24.
Fotos: Christian Beier

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