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Schneewittchen und Aschenputtel werden wieder zum Leben erweckt

Der Freizeitpark im Solinger Ittertal soll wieder aufgebaut werden. ENGELBERT hat mit dem Investor und dem Verein „Die Itterthaler“ über ihre Pläne gesprochen.

Was für eine Historie – mehr als 100 Jahre gibt es ihn schon, den Freizeitpark im Solinger Ittertal. Und auch in Zukunft sollen Familien mit Kindern hier Spaß haben, sagt der aktuelle Besitzer. Immobilien-Entwickler Yevgen Besedin aus Wuppertal hat das brachliegende Kleinod 2018 entdeckt, und ihm war sofort klar: Das muss ich erhalten und wieder aufbauen.

Damit Kinder auch in Zukunft im Bergischen Land tolle Möglichkeiten haben, ohne vorher ewig lange fahren zu müssen. Allerdings: Bevor das so weit ist, muss erstmal so ziemlich alles saniert werden. Jahrelanger Leerstand und zuletzt noch das Itter-Hochwasser haben viel kaputtgemacht.
Die letzte Besitzer-Familie hatte zudem noch viele Schätze des alten Parks verkauft.

Derzeit kümmern sich Sachverständige und Statiker darum, herauszufinden, was überhaupt erhalten werden kann. Die Bayernhalle, die zuletzt Indoor-Spielplatz und Gastronomie beherbergt hatte, kann nicht stehen bleiben – so viel ist schon klar.
Ein einstelliger Millionenbetrag muss investiert werden, bevor wirklich wieder Kinder in dem wunderschön gelegenen Park und dem Märchenwald spielen können. Aber Besedin ist überzeugt: Das klappt. Er will etwas für die Menschen im Bergischen tun. Und wenn sich das noble Anliegen wirtschaftlich noch rechnet: umso besser.

Und er hat Hilfe. Nicht nur von Profi-Handwerkern, sondern von einem ehrenamtlichen Verein.
„Die Itterthaler“ (so wurde das Tal früher geschrieben) hatten sich nach der letzten Schließung gegründet.
Aus einer Facebook-Gruppe. Menschen, die nicht hinnehmen wollten, dass die Erinnerungen aus ihren Kindheitstagen einfach so verrotten und irgendwann vielleicht von einem Neubau ersetzt werden.
Michael Willemse ist Vorsitzender der Itterthaler. Er wohnt gar nicht mehr in Solingen, ist aber wie seine Mitstreiter hier aufgewachsen und hat große Teile seiner Kindheit in dem Park verbracht. An ihn hat er wunderschöne Erinnerungen – an Märchenwald, Wasserkarussell oder dem sprechenden Baum. Bis 2018 konnte man den Park besuchen – bei zuletzt etwas „marodem Charme“, zugegeben. Aber den Charme, den hat der Park, gelegen entlang der Itter, nie abgelegt.

Park ist über 100 Jahre alt

Eröffnet wurde der Freizeitpark 1898 als Gaststätte mit Parkanlage und Teich zum Bootfahren mit dem Namen „Itterthaler Volksgarten“. Ein paar Jahre später, vermutlich 1907, wurde am Ufer des Teiches das Wasserkarussell eingeweiht, um 1930 konnte der Märchenwald am Hang fertiggestellt werden. 13 Häuschen mit teilweise bewegten Figuren konnten durchs Fenster betrachtet werden – ein absoluter Magnet für zigtausende Besucher im Jahr.

Itterthaler Vorstand©Die Itterthaler Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. Einblick in den Freizeitpark Ittertal und den Märchenwald. PRESSE 2021 05 15 Q2 guidokraut.de L1000218 PRESSE 2021 05 15 Q2 guidokraut.de L1000209 PRESSE 2021 05 28 Q2 guidokraut.de L1000445

Auf einem schmalen Rundweg ging man an den Hütten vorbei und staunte über die dargestellten Märchen.
Das soll auch in Zukunft wieder möglich sein, wünschen sich die Itterthaler. Zusammen mit Besitzer Besedin wollen sie die Häuschen mit den Märchenfiguren wieder aufbauen und bestücken. Und sind damit nicht allein.

Nach Gründung des Vereins hatten sich innerhalb einer Woche 200 Menschen gefunden, die zusammen den Freizeitpark retten wollen. Denkmalschutz und Naturschutz sind zu beachten, und viel ist einfach kaputt und muss komplett ersetzt werden in den Märchen-Häuschen. Aber: Michael Willemse und sein Team bleiben dran. Im Moment entsteht auf dem Papier ein Konzept für die Hütten, das will man sich dann erstmal absegnen lassen. Spenden und Eigenleistung werden dann gebraucht, auch nach Fördergeldern will man sich erkundigen.
Mit mindestens 30.000 Euro rechnet der Verein für die Wiederherstellung von aktuell noch zehn Häuschen. Bewegte Figuren werden aber vermutlich nicht mehr finanzierbar sein. Die ganze Fläche soll einfach eine Zukunft haben, dafür setzen sich Investor und Verein ein und wollen schon bald wieder Kinderlachen im Park hören. Auf großen Sitz- und Liegeflächen und natürlich Spielplätzen und Fahrgeschäften.

Am wichtigsten bleibt selbstverständlich der historische Märchenwald. Wann der Park wieder öffnet, steht noch in den Sternen. Durch das Hochwasser ist der Plan, noch dieses Jahr mit einem Weihnachtsmarkt zu starten, erstmal hinfällig. Aber das Ziel steht allen klar vor Augen: Der Freizeitparkt Ittertal soll leben!

Alex Giersberg – ENGELBERT/RPS