Nur die wirklich Hartgesottenen schnüren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die Laufschuhe. Den Winter über gar nichts zu machen, ist jedoch auch keine Option. Wie gut, dass es auch im Bergischen jede Menge schöner Indoorangebote gibt, bei denen man drinnen Sport treiben kann. ENGELBERT hat sich in der Region umgeschaut.
Trendsportart Padel: PadelOn BergischLand, Remscheid
Ein bekannter Rapsong aus den Neunzigern sagte mal „Don’t believe the Hype” – im Fall von Padel behaupten wir allerdings ganz klar das Gegenteil. Denn auch wenn der agile Mix aus Tennis und Squash bereits in den 1960er-Jahren in Mexiko erfunden wurde, erfreut sich die Trendsportart aktuell extremer Beliebtheit. „Padel hat eine sehr niedrige Einstiegshöhe. Im Vergleich zum Tennis, bei dem man Monate braucht, um lange Ballwechsel hinzubekommen, hat man hier sehr schnell Erfolgserlebnisse”, sagt Center-Manager Sven Steup, der seit diesem Oktober den neuesten der 14 PadelOn-Standorte führt. Die aufwendig umgebaute Halle ist montags bis sonntags rund um die Uhr geöffnet. Gebucht wird online, Getränke und Snacks werden per QR-Code bezahlt. Leih-Schläger und Bälle gibt es gegen Gebühr. Auf den vier Double- und den zwei Single-Courts spielt man entweder traditionell als Paar oder einzeln gegeneinander. Die stetig wachsende Padel-Community organisiert sich über WhatsApp-Gruppen, sodass man jederzeit Leute in der eigenen Spielstärke finden kann. Neben der sportlichen Ertüchtigung bietet Padel also auch einen sozialen Aspekt. Eine Warnung hat Sven Steup allerdings auch für alle Interessierten: „Padel macht süchtig – und zwar direkt beim ersten Mal.” Challenge accepted. PadelOn BergischLand ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Die Adresse ist Westen 76 in Remscheid, direkt an der Grenze zu Wuppertal-Ronsdorf. Die Preise pro Stunde variieren, je nach Court-Größe und Tageszeit zwischen zwölf und 42 Euro. Schläger kann man für vier Euro und Bälle für drei Euro ausleihen.
Für alle, die gerne rollen: Rollhaus, Solingen
In den 1970er-Jahren in Kalifornien als Alternative zum Wellenreiten entstanden, hat sich Skateboarding zu weit mehr als nur einer Individualsportart entwickelt – es ist ein Lifestyle, für viele gar ein prägendes Lebensgefühl, dessen Werte sich durch alle Bereiche des Alltags ziehen können. Zusammenhalt, Freundschaft und der gegenseitige Support definieren Skateboarder aller Generationen. Das weiß auch Stefan Pleuger, der als stellvertretende Leitung im Rollhaus in Solingen-Mitte diese Werte seit 21 Jahren Jugendlichen in den Räumlichkeiten des ehemaligen Mühlenhof-Kinos vermittelt. „Als 2002 lokale Kids mit dem Wunsch einer Skatehalle an die Stadt Solingen getreten sind, wurden sie aus Geldmangel auf das Jahr 2008 vertröstet. Die wunderbare Naivität der Jugend hat dann mit selbstorganisierten Demos und Spendenaktionen dafür gesorgt, dass die Stadt dem wachsenden Druck nichts mehr entgegensetzen konnte. Der Rest ist Geschichte.” Seit 2004 ist das Rollhaus aber nicht nur wegen seiner 350 Quadratmeter großen Skateboard Fläche ein beliebter Treffpunkt – im Sinne der Gemeinschaft auf vier Rollen wird zusätzlich ein kostenfreies Jugendcafé mit Angeboten wie Upcycling-Aktionen und anderen Themen abseits des Rollsports angeboten. Kostenloses Skateboard Training und Kurse sind ebenso im Angebot wie Vermietungen der Halle für Feiern aller Art. Die Tageskarte für die Skatehalle kostet lediglich zwei Euro und ist für Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahren gedacht. Eltern werden am Eingang abgegeben. Jeden zweiten Freitag im Monat ist die Halle aber für alle Altersgruppen bis 24 Uhr geöffnet – eine ideale Möglichkeit, einmal selbst die Welt auf vier Rollen zu betrachten und den familiären Spirit der Szene zu erleben. Boards und Schutzbekleidung werden gegen Pfand verliehen. Das Rollhaus befindet sich an der Konrad-Adenauer-Straße 8-10 in Solingen und ist dienstags bis samstags von 14.30 bis 20 Uhr geöffnet. Jeden zweiten Sonntag dürfen ausschließlich Skateboarder (keine Scooter oder BMX-Räder) von 15 bis 20 Uhr an neuen Tricks feilen. Das Rollhaus ist auf Spenden und Unterstützung angewiesen.

Nicht nur für Kinder: Tiki-Kinderland, Solingen
Was um alles in der Welt hat ein Indoor-Spielplatz unter den besten Sportstätten für den Winter zu suchen? Berechtigte Frage, aber das Tiki-Kinderland ist in Solingen eben etwas ganz Besonderes. Nicht nur, dass die riesige 3500 Quadratmeter Spielfläche seit 21 Jahren in Familienhand geleitet wird – es gibt ein spezielles Angebot für alle großen Kinder. Beim Ü18-Toben werden nämlich die Wünsche der Eltern erfüllt, die im normalen Betrieb nur als Schaulustige dem Nachwuchs zugucken dürfen. Einmal wieder Kind sein und sorgenfrei toben? Das kommt an, denn das monatliche Event ist fast immer ausgebucht, sodass es manchmal zu Wartezeiten vor der großen Trampolinfläche kommen kann. Aber es gibt ja noch so viel mehr zu entdecken, wie Alina erklärt, die als Event- und Ausbildungsleitung im „Tiki” arbeitet: „Das Geschicklichkeitsspiel Pixel mit seinen innovativen Leuchtflächen, unsere Boulder-Wand, der Valo-Jump mit digitalen Hindernissen, das Kletterlabyrinth oder die Bumper-Cars sind nur einige der vielen Attraktionen bei uns vor Ort. Bei unserem Mix aus digitalen und analogen Möglichkeiten finden alle etwas, um Spaß zu haben.” Freunde von Klassikern wie Minigolf, Kicker oder Billard werden im Tiki auch glücklich. In den nötigen Atempausen bietet die hauseigene Gastronomie Snacks und Getränke zu fairen Preisen an. Natürlich kann man auch Geburtstage oder andere Anlässe im Tiki-Kinderland feiern. Eine etwas andere Location, aber seit 21 Jahren ein echtes Solinger Familienunternehmen, das nicht Teil einer Kette ist. Das Tiki-Kinderland befindet sich an der Katternberger Straße 111 in Solingen und ist montags sowie mittwochs bis freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags, sonn- und feiertags sowie in den Ferien von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Lediglich am Dienstag gönnt sich das Team eine Spielpause. Das beliebte Ü18-Toben findet jeden ersten Freitag im Monat von 19.30 bis 0 Uhr unter wechselnden Mottos statt.

Micha Walmsley, Fotos: Micha Walmsley, Roland Keusch
