Auf Kufen durchs Ittertal

In der Naturidylle des Ittertals, zwischen Solingen und Haan, erwartet Kufenflitzer im Winter ein besonderes Vergnügen. Dort betreibt der Solinger Förderverein Ittertal in der kalten Jahreszeit seine sehr beliebte Freiluft-Eisbahn. Noch bis Mitte Februar können Groß und Klein hier ihre Runden drehen.

Da flitzen sie wieder, die großen und kleinen Fans der Freiluft-Eislaufbahn im wunderschönen Ittertal, wo der Walder Rasiermesserfabrikant Carl Friedrich Ern am 21. Mai 1916 das „Strandbad Ittertal“ eröffnete. Ein Freibad, das ursprünglich für seine Arbeiter gedacht war. 1975 gab es einen großen Umbau, und seitdem sind nicht nur die Schwimmbecken so wie sie heute sind. Damals, vor inzwischen 50 Jahren, wurde auch die Eisbahn angelegt. Nachdem der Betrieb von Eislaufbahn und Freizeitbad zwischenzeitlich aus finanziellen Gründen auf der Kippe stand, läuft’s mittlerweile wieder rund – zum einen dank eines Betriebskostenzuschusses der Stadt Solingen, aber vor allem dank der Arbeit der Fördervereins Ittertal mit dem rührigen Solinger Hartmut Lemmer an seiner Spitze.

Die märchenhafte Freizeitanlage wird aus Eintrittsgeldern, Spenden und dank zahlreicher Sponsoren finanziert. Seit 2024 unterstützt auch die Stadt Solingen mit einem Betriebskostenzuschuss.

Freiluft-Eisbahnen sind eine Seltenheit

Er und sein Team, zu dem auch Dominik Blum als Fachangestellter für Bäderbetriebe zählt, ermöglichen leidenschaftlichen Schlittschuhläufern auch diesen Winter wieder ein herrliches Frischluft-Vergnügen. Denn genau das ist der Eisbahnbesuch, bei dem man längst nicht nur Eisläufer aus Solingen antrifft: „Die Leute kommen aus dem ganzen Bergischen Land hierher“, verrät Blum, der auf der Anlage im Sommer als Bademeister arbeitet. Dass der Zulauf im Winter so groß ist und die Leute auch von weiter weg herkommen, habe einen einfachen Grund: „Eislaufbahnen an der frischen Luft sind in Nordrhein-Westfalen eine Seltenheit“, erklärt der 30-Jährige. Klar gebe es auch saisonale Angebote, wie beispielsweise den Weihnachtsmarkt in der Remscheider Innenstadt. „Das ist aber nur
eine temporäre Freude, die meistens nach drei oder vier Wochen endet.“

Auf der Solinger EislaufanlageDer Förderverein Ittertal unterhält die Freizeitanlage mit Schwimmbad im Sommer und Eislaufbahn in der Wintersaison.

Nordpol-Feeling im Ittertal

Anders der eisige Spaß im Ittertal, wo die Wintersaison Ende November begann und noch bis Mitte Februar andauert: „Wann genau Schluss ist, hängt jedes Jahr vom Wetter ab“, sagt Blum, der auch selbst liebend gerne über das Eis im Solinger Freizeittal gleitet. „Weil es sich härter, natürlicher und fester unter den Füßen anfühlt als das Eis in den Hallen“, erklärt er und spricht scherzhaft von seinem persönlichen Nordpol Feeling, das er vor allem dann habe, „wenn der Winter sehr verschneit ist und das Ittertal einer Landschaft in Nordeuropa ähnelt“. Dann könne es auch nach ein paar Stunden auf dem Eis ganz schön kalt werden. Das sei aber kein Problem, weil die „Quitte“, das Restaurant im Freizeitbad Ittertal, im Winter einen Kiosk betreibt: „Da kann man sich während der Eislaufsaison mit heißen Getränken versorgen oder Snacks und Zwischenmahlzeiten kaufen.“ Der Saal des Restaurants kann angemietet werden und bei entsprechend großer Gruppe sogar die komplette Eisbahn. Wer mag, könne auch den elektrischen Grill mieten oder, „wenn man mal im Winter draußen mit einer größeren Gruppe feiern möchte“, auch das große Gastrozelt, das zum Restaurant gehört. Und noch etwas sei wichtig zu wissen, weil Stürze beim Eislaufen nicht auszuschließen sind: „Auf der Freizeitanlage ist auch im Winter immer mindestens ein Mitarbeiter, der Erste Hilfe leisten kann.“ Es passiere allerdings sehr selten, „weil die Freilufteisanlage groß ist und hier viele Menschen gleichzeitig bequem ihre Bahnen ziehen können“. Das und selbstverständlich auch die tolle Lage in dem 22 Hektar großen Naturschutzgebiet hätten dazu geführt, dass es viele Stammgäste gibt, die jeden Winter wiederkommen. „Und wenn der Förderverein Glück hat, sind auch wieder ein paar neue Mitglieder darunter, die sich als Ehrenämtler oder einfach nur über ihre Mitgliedsbeiträge bei uns engagieren wollen, damit die Eisbahn im Winter und das Freizeitbad im Sommer weiterhin bestehen können.“

www.ittertal-verein.de/eislaufbahn

Melanie Aprin, Bilder: Christian Beier

Preise und Öffnungszeiten

In der Eislaufsaison 2025/2026, die am 28. November begonnen hat und je nach Wetterlage in der ersten oder zweiten Februar Woche endet, kostet der Eintritt zur Eisbahn in Mittelitter 10, in Solingen für Erwachsene 6 Euro. Jugendliche zahlen 4 und Kinder 2 Euro. Der Schlittschuhverleih kostet ebenso wie das Schlittschuhschleifen 10 Euro. Vielfahrer können 10er-Karten (50 Euro für Erwachsene und 35 Euro für Kinder und Jugendliche) oder 40er-Karten (160 bzw. 100 Euro) kaufen. Die öffentlichen Laufzeiten sind montags bis freitags von 13 Uhr bis 19.30 Uhr. Samstags und sonntags ist die Anlage schon ab 11 Uhr geöffnet. Eine Stunde vor Schluss reduziert sich der reguläre Eintritt auf drei Euro. Wer Kanister-Curling oder Eisstockschießen ausprobieren möchte, zahlt pro halbe Stunde 5 Euro mehr.