Es wird Frühling. Der Burscheider Gartenexperte Reiner Höpken gibt Tipps, was Hobbygärtner nun im eigenen Grün tun sollten – bis wann was zurückzuschneiden ist und wann gepflanzt werden sollte.
Lange haben auch im Bergischen die Grautöne des Winters vorgeherrscht. Das ändert sich seit März zunehmend – die Krokusse kommen mit ihren leuchtenden Farben aus dem Boden, und auch die Forsythien erstrahlen bereits im März in kräftigen Gelbtönen. Sie signalisieren dem Hobbygärtner, dass es im heimischen Garten jetzt schon etwas zu tun gibt. „Wenn die Forsythien blühen, ist es an der Zeit, mit dem Rückschnitt der Rosen zu beginnen. Außerdem müssen diese Pflanzen jetzt auch schon gedüngt werden. Dafür eignet sich ein spezieller Naturdünger – Pellets, die aus Hornspänen, Knochenmehl oder Schafwolle gepresst wurden. Früher hat man alternativ den Mist aus den Ställen in der Landwirtschaft verwendet, der sich optimal eignet”, erklärt der Burscheider Gartenexperte Reiner Höpken.
Obstbäume noch im März einpflanzen
Auch bei den immergrünen Sträuchern wie Kirschlorbeer ist bis Ende März noch ein Rückschnitt möglich. Danach ist nur noch ein Formschnitt sinnvoll. „Bei blühenden Sträuchern wie bei der Forsythie sollte man in jedem Fall die Blüte abwarten.“ Gepflanzt werden können jetzt noch Obstbäume, Beerensträucher oder andere Gehölze. Das ist noch bis etwa Ende März möglich, wenn alles wieder grün wird. Pflanzen können die Hobbygärtner jetzt auch schon die ersten Gemüsepflanzen wie Kohl oder Salat sowie robuste Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Minze. „Bei Tomaten und Gurken muss man aber noch abwarten, es sei denn, man hat ein kleines Gewächshaus im Garten. Ansonsten sollte man damit noch mindestens bis Ende April warten”, erläutert Reiner Höpken.
Den Rasen vertikutieren – aber nicht jedes Jahr
Beim Rasen können die Gartenbesitzer jetzt ebenfalls schon aktiv werden. „Bei einem sehr vermoosten Rasen sollte man zuerst vertikutieren und dann Rasenkalk aufbringen. Das macht allerdings nur alle paar Jahre wirklich Sinn. Wichtig ist jetzt auch die Düngung des Rasens, am besten mit Naturdünger, den es in mehreren Varianten zu kaufen gibt und der ökologisch verträglicher ist als Kunstdünger. Beim Rasenmähen sollte man noch so lange warten, bis der Rasen wirklich wieder grün ist und wächst.” Nicht nur im ENGELBERT noch immer für sein großes Fachwissen geschätzt: Seniorchef Reiner Höpken ist vor eineinhalb Jahren mit der goldenen Ehrenmedaille für besondere Verdienste im Gartenbau ausgezeichnet worden. Trendpflanze Teppichphlox in der Garage überwintert haben. „Da ist der Monat Mai nach den letzten Spätfrösten die beste Zeit, um diese Pflanzen nach draußen zu bringen.” Polsterstauden sind der aktuelle Trend Vorbereitungsarbeiten sind jetzt auch schon in den Beeten möglich, die im März aufgelockert oder am besten umgegraben werden können. Die Erde sollte man zudem mit Kompost versehen, damit man in April und Mai mit dem Garten so richtig loslegen kann. Noch warten sollten Gartenfreunde dagegen im März mit den Kübelpflanzen, die im Keller oder in der Garage überwintert haben. „Da ist der Monat Mai nach den letzten Spätfrösten die beste Zeit, um diese Pflanzen nach draußen zu bringen.”


Polsterstauden sind der aktuelle Trend
Wer schnell einen bunten Garten haben will, dem helfen die Frühlingsblüher, die jetzt auch noch gesetzt werden können. Dazu gehören zum Beispiel Klassiker wie Primeln, Hornveilchen und Stiefmütterchen, aber auch vorgekeimte Pflanzen wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen, die es jetzt überall zu kaufen gibt. „Die sind alle frostbeständig und machen den Garten auf Anhieb bunt.” Gepflanzt werden sollten bis Ende März außerdem Polsterstauden wie Blaukissen oder Teppichphlox. Das sei der aktuelle Trend für den Garten. „Gefragt sind auch wieder Duftrosen in allen Formen und Farben, die es in einer großen Auswahl gibt. Das gilt auch für die Kamelien, die als Moorbeetpflanzen allerdings viel Feuchtigkeit brauchen. Da sollte man auch die Pflanze vorher in einen Eimer mit Wasser stellen. Viele Kamelien vertragen auch Frost, vor allem wenn sie schon größer und älter sind. Außerdem mögen es diese Pflanzen eher windstill.”
Stephan Eppinger, Fotos: Doro Siewert; GettyImages/ksena32; Tsyb_Oleg
