Im Solinger Esszimmer fühlt man sich vom ersten Moment an wie bei Freunden zu Besuch. Gemütliche Vintage-Möbel, frische Blumen und bunte Farben zeigen: Hier kommt nichts von der Stange – vor allem nicht das Essen. Seit 2020 betreibt Gerd König sein etwas anderes Restaurant in Ohligs.
Das Konzept ist einfach: Gekocht wird, was die Saison zu bieten hat – frisch, lecker und bunt. Die überschaubare Karte wechselt alle sechs bis acht Wochen. Dabei kommen Fleisch- und Fischliebhaber genauso auf ihre Kosten wie Vegetarier und Veganer. Damit auch bei den zahlreichen Stammgästen keine Langeweile aufkommt, wird die Karte mit wechselnden Tagesgerichten ergänzt.
Freude am Experimentieren
Verantwortlich für die kreativen Teller ist Gerd König, ein Koch aus Leidenschaft. Er schätzt vor allem die Freiheit, die ihm sein kleines Restaurant bietet: „Wir kochen das, worauf wir gerade Lust haben und was wir selbst gerne essen. Dabei sind wir komplett frei und probieren oft einfach mal was aus“, erklärt der Solinger. Freude am Genuss und am Experimentieren spiegeln sich auch in der Getränkekarte wider. Lisanna Görtz kredenzt als Servicechefin mit süffigen Weinen, selbst gemachten Limonaden und prickelnden Mixgetränken mit und ohne Alkohol das richtige Getränk für jeden Geschmack. Das Gesamtpaket kommt bei den Gästen an. „Inzwischen sind wir bestens etabliert und haben Gäste aus der ganzen Region – von Remscheid und Wuppertal bis nach Köln und Düsseldorf. Mit unserem ganz eigenen Konzept einer frischen und sehr flexiblen Küche konnten wir in Ohligs und der Region eine Nische besetzen”, freut sich Gerd König. Bei der Eröffnung 2020 war diese Entwicklung so nicht absehbar. Drei Wochen nach dem Start schlug der zweite Corona-Lockdown zu. Acht Monate lang gab es statt Gäste im Esszimmer nur Kunden an der Tür. „Das war schon ein herber Schlag. Aber seit der Wiedereröffnung haben wir unser Restaurant permanent weiterentwickelt und unsere Qualität immer weiter verbessert”, erinnert sich Gerd König.


„Tränke“ als zweites Standbein
Heute ergänzen ein breites Catering-Angebot und regelmäßige Events wie Menü-Abende und Wein-Tastings das Programm. Und seit anderthalb Jahren gibt es mit der „Tränke“, dem zweiten Restaurant von König und Görtz, ebenfalls in Ohligs und nur drei Kilometer entfernt, nun auch reichlich Platz für Familien- und Firmenfeiern. Das Ganze lässt sich nur mit einem großen Team stemmen: Aktuell arbeiten an beiden Standorten 30 Mitarbeiter. Darunter ist seit Kurzem auch eine Auszubildende im Kochberuf. Das ist Königs größtes Anliegen: Dass die Kultur des Gastgebens nicht ausstirbt, sondern an die nächste Generation weitergegeben wird. Denn kleine inhabergeführte Restaurants gibt es leider immer weniger. Wer also noch handgemachte Gastro mit Herz erleben will, findet sie im Esszimmer.
Stephan Eppinger, Fotos: Christian Beier
