Zwischen Wermelskirchen und Dabringhausen hat sich das Schuhgeschäft „Schühkes“ einen Namen gemacht: Hier werden ausschließlich Kinderschuhe verkauft. Familien haben den kleinen bunten Laden längst für sich entdeckt.
Antje Kramp steht in diesen Wochen in den Startlöchern. „Jedes Jahr im Frühling und im Herbst beginnt bei uns die Hochsaison“, sagt die Schuhverkäuferin. Dann stehen meist Mütter mit ihren Kindern im Schuhgeschäft „Schühkes“ in Arnzhäuschen und sind auf der Suche nach kleinem Schuhwerk, das sie durch den Sommer oder eben durch den Winter trägt. Gerade bei den ersten Schuhen sei häufig auch eine Portion Aufregung dabei. „Wir nehmen uns dann Zeit“, sagt Geschäftsführerin Vanessa Heidenpeter. Denn genau mit diesem Vorsatz ist das Team vor 15 Jahren angetreten: Gute Beratung, kein Zeitdruck und gesunde Füße. „In der Zeit, in der ein Paar Kinderschuhe verkauft wird, werden fünf Paar Damenschuhe verkauft“, sagt Vanessa Heidenpeter. Deswegen seien Kinderschuhe den klassischen Schuhläden häufig lästig. Das Team in dem kleinen, bunten Schuhladen zwischen Wermelskirchen und Dabringhausen verkauft allerdings ausschließlich Kinderschuhe – und kennt keine Hetze. Jungen und Mädchen, die im Auto geschlafen haben und im Geschäft erstmal wach werden müssen, bevor an das Anprobieren von Schuhen gedacht werden kann, erkunden in Ruhe die Spielecke. Lego und Märchenzelt geben den Kindern die Möglichkeit, anzukommen. Es gibt Trubel und Kinder, die durch das Geschäft sausen: „Ich mag es, wenn es im Geschäft ganz lebendig zugeht“, sagt Antje Kramp. Wenn die Kinder dann soweit sind, beginnt die Beratung. „Wir sind alle auf das Weitenmaßsystem geschult“, erklärt die Geschäftsführerin. Die Füße der Kinder werden auf Größe und Breite gemessen. Dafür klettern die kleinen Kunden auf ein Podest, oder sie lernen die Schuhschale kennen. „Die ersten Schuhe sind eine große Sache“, sagt Antje Kramp. Für viele Kinder sei es gar nicht so einfach, zum ersten Mal in Schuhe zu schlüpfen. Wenn sie es dann geschafft haben, dürfen sie über den „Catwalk“ im Geschäft laufen. „Wir legen viel Wert auf Ehrlichkeit“, sagt Antje Kramp. Und das bedeutet: Gelegentlich wird ein Schuhkauf auf Anraten der Verkäuferin noch verschoben. „Kinder sollten fünf bis zehn Schritte laufen können, um ihr erstes Paar Schuhe zu tragen“, erklärt sie. Damit sind längst nicht alle Kunden einverstanden. „Wir haben aber doch vor allem die Fußgesundheit der Kinder im Blick“, erklärt Antje Kramp. Das gilt für Turn-Schläppchen genauso wie für Gummistiefel, für Sommerschuhe genauso wie für Winterstiefel – vom ersten Schuh bis Größe 40. „Die meisten Schuhe verkaufen wir in Größe 35“, erzählt Vanessa Heidenpeter.


Lücke geschlossen
hrer Begeisterung für Kinderschuhe ist es übrigens zu verdanken, dass die Schuhgeschichte in Arnzhäuschen dieses besondere Kapitel schreibt. Als sie sich damals mit Tochter Toni auf die Suche nach den ersten Schuhen machte, fuhr sie viele Kilometer, um ein Fachgeschäft für Kinderschuhe zu finden. Als Gerd Broichhaus in Arnzhäuschen dann ankündigte, sein traditionsreiches Schuhgeschäft zu schließen, hatte Vanessa Heidenpeter eine Idee: „Hier könnten wir doch einen Kinderschuhladen eröffnen.“ Antje Kramp, die damals schon 20 Jahre im Schuhgeschäft von Gerd Broichhaus gearbeitet hatte, sagte ihre Unterstützung zu. „Und dann haben wir einen Kinderschuhladen aufgemacht“, erzählt Vanessa Heidenpeter und lacht. Sie arbeitet weiterhin als Personalerin in ihrem eigentlichen Beruf. Inzwischen kommen Eltern von weit über die Grenzen der Stadt und des Bergischen Landes hinaus in den Kinder-Schuhladen. Denn in der Region sind Fachgeschäfte für Kinderschuhe Mangelware geworden – erst recht solche mit Märchenzelt und Legoburgen.
Theresa Demski, Fotos: Theresa Demski
