Ein gefragter Mann

Anlässlich des 60. Geburtstags von Christoph Maria Herbst schaut ENGELBERT auf die beachtliche Karriere des deutschen Schauspielers, Komikers, Synchronsprechers und Buchautors zurück, der 1966 in Wuppertal zur Welt kam.

Am 9. Februar 1966 wurde Christoph Maria Herbst als das jüngste von drei Kindern einer katholischen Familie in Wuppertal geboren. Sein Vater war Beamter, seine Mutter Hausfrau. Ob die Eltern schon damals ahnten, was aus ihrem Sohn eines Tages werden würde? Wohl eher nicht. Doch bereits zu Schulzeiten zeigte sich die Leidenschaft fürs Schauspielern. Christoph Maria Herbst, der das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal-Elberfeld besuchte und dort sein Abitur machte, engagierte sich in Kabarettprojekten und war Teil einer Theater-AG. Nach dem Abschluss entschied sich Herbst „auf sanften Druck“ seiner Eltern hin für eine Bankkaufmannslehre.

Der Theaterschauspieler

Parallel war er jedoch in der freien Theaterszene Wuppertals sehr aktiv. So war er 1986 Mitbegründer des privaten „Theater in Cronenberg“, wo er seine ersten professionellen Bühnenerfahrungen sammelte und etwa in „Barfuß im Park“ und „Macbeth“ mitspielte. Nach ersten Auftritten auf Amateurbühnen im Bergischen Land gelang ihm – ganz ohne Schauspielausbildung – der Wechsel ans Landestheater Dinslaken. Es folgte ein vierjähriges Engagement am Stadttheater Bremerhaven. Erste Rollen im Fernsehen bekam Herbst bereits in den 1990er-Jahren. Seinen Durchbruch feierte er 2001 als Sketchpartner von Anke Engelke in der Comedyserie „Ladykracher“. Es folgten Hörbücher, Synchronrollen, Lesungen, Spielfilme und TV-Filme. Seine Paraderolle ist und bleibt die des Büro-Ekels Bernd Stromberg. Als Abteilungsleiter bei der fiktiven Firma „Capitol-Versicherung AG“ gelingt es Stromberg in der Fernsehserie selten, sich und sein Team ins gute Licht zu rücken. Lacher sind dafür garantiert. In 46 Episoden zwischen 2004 und 2012 war Herbst als Stromberg zu sehen. 2014 feierte er mit „Stromberg – Der Film“ Kinopremiere. In der Fortsetzung „Stromberg – Wieder alles wie immer“ kehrte er als Bernd Stromberg Anfang Dezember vergangenen Jahres in die Kinos zurück. Für seine überragende Leistung in der Serie erhielt er unter anderem den Bayerischen Filmpreis und den Adolf-Grimme-Preis. Leute wie Stromberg habe Christoph Maria Herbst in seiner Zeit bei der Bank zur Genüge kennengelernt, verriet er im Dezember 2025 in einem NDR-Interview. „Und das Äußere von Stromberg zumindest ist ja auch eine Melange aus meinem alten Lateinlehrer auf dem humanistischen Gymnasium mit altsprachlichem Schwerpunkt, wo ich in Wuppertal war, und einem meiner Chefs von der Deutschen Bank“, berichtete er dabei.

Der Synchronsprecher

Parallel zu seiner Schauspielkarriere machte sich Herbst auch als Synchronsprecher einen Namen. Unter anderem sprach er Horton im Animationsfilm „Horton hört ein Hu!“, war in der deutschen Fassung Foto: Christian Hartmann Christoph Maria Herbst kehrt gerne in seine Geburtsstadt Wuppertal zurück. der „Simpsons“ zu hören und synchronisierte in „Willkommen bei den Sch’tis“ den Hauptdarsteller Dany Boon.

Stromberg II Foto: MadeFor Film GmbH/Willi Weber Lars Lehnhoff (Laurens Walter), Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst)

Auf der großen Leinwand

„Abseits von „Stromberg“ feierte Christoph Maria Herbst auch im Kino einige Erfolge. So war er beispielsweise im BullyHit „(T)Raumschiff Surprise“ zu sehen und übernahm unter anderem Hauptrollen in „Der Buchspazierer“ und „Der Vorname“. Zu Jahresbeginn kam Herbsts neuer Film „Extrawurst“, eine deutsche Komödie, in die Kinos.

Noch immer heimatverbunden

Trotz aller Erfolge in Film und Fernsehen hat die Liebe zum Theater und zur Bühne nie aufgehört. Genauso wenig wie die Verbundenheit zur Heimatstadt Wuppertal. „Meine Herzenslinie zu Wuppertal ist nie abgerissen“, wird Christoph Maria Herbst öfter zitiert. „Hier steht meine Wiege, hier leben Menschen, die ich immer noch treffe.“ Bis heute kehrt Herbst regelmäßig für Gastspiele und Lesungen zurück. So teilte er zum Beispiel mit Moritz Netenjakob im Mai 2023 die Bühne im Wuppertaler Kulturzentrum „Immanuel“ und präsentierte die Satire-Show „Das ernsthafte Bemühen um Albernheit“.

Sarah Hegemann, Fotos: Christian Hartmann