Gesunde Frische vom Hofladen

Gut Ellscheid in Haan erweckt bereits aus der Ferne einen solch idyllischen Eindruck, dass man Lust bekommt, den kleinen, aber feinen Hofladen in seinem Zentrum zu erkunden. Marlene Rosendahl betreibt das Geschäft mit den unzähligen natürlichen Produkten seit vielen Jahren. ENGELBERT besuchte den beliebten Hof.

Man fühlt sich sofort willkommen. „Hier, probieren Sie mal“, sagt Marlene Rosendahl und reicht uns ein Glas frisch gezapfte Milch. „Die Kunden schätzen, dass wir die Kühe noch auf der Weide halten und sie in den Stall gehen können, wann sie wollen. Das macht wohl den Unterschied und das gewisse Extra aus, das man eben schmeckt“, erklärt die gelernte Oecotrophologin. Von gewissen Extras wimmelt es nur so im kleinen, aber gut sortierten Bauernladen auf Gut Ellscheid im Norden Haans. Käse, Öl, Obst, Essig, Wein, Konfitüre, Sirup, Sauerkonserven, Eintöpfe und Süßes – es gibt kaum etwas, das man hier nicht bekommt. Und das Beste daran: Mehr als 90 Prozent der angebotenen Waren stammen aus der Region. „Wir wissen genau, wo unsere Produkte herkommen. Natürlich können wir nicht alles selbst produzieren, aber wenn wir etwas von außerhalb einkaufen, dann achten wir darauf, dass es möglichst von regionalen Herstellern kommt. Zum Beispiel der Käse, der von einem Kollegen aus Leichlingen stammt oder die Kartoffeln, die wir aus Ratingen beziehen“, sagt Marlene Rosendahl.

Pädagogischer Effekt für Familien und Schulklassen

Die kurzen Wege sind nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für den Geldbeutel der Kunden. Die Preise sind mit denen beim Vollsortimenter vergleichbar. Auch auf möglichst wenig Verpackungsmüll wird hier geachtet. Die Kundschaft kommt oft mit eigenen Gefäßen in den Laden und lässt sich die Ware portionsweise abfüllen. Der pädagogische Effekt eines Einkaufs im Bauernladen ist also ebenfalls nicht zu unterschätzen. Viele Familien kommen mit Kindern und dürfen sich auch den Stall mit den Tieren anschauen. Auch Besichtigungen mit Schulklassen und Kindergartengruppen werden auf dem 64 Hektar großen Hof durchgeführt. Das Komplett-Paket ist über die Jahre gewachsen. Am Anfang stand eine Idee. „Ich bin vor 25 Jahren in Erziehungsurlaub gegangen, wollte aber auf dem Hof bleiben und ein Stück weit mein eigenes Ding machen. Und dieser Laden ist das, was seitdem aus dieser Idee geworden ist“, berichtet die studierte Oecotrophologin nicht ohne Stolz. Um interessant zu bleiben, macht sie sich auf Messen oder bei Kollegen schlau. „Ich bin stets auf der Suche nach neuen Produkten, die ich ins Sortiment integrieren kann. So finde ich immer wieder Neues, wie zum Beispiel den Schrub-Essig oder das Jordan Öl, die jeweils großen Absatz finden. Und wenn ein Produkt mal nicht gut läuft, nehme ich es eben wieder aus dem Sortiment, das ist kein Problem“, berichtet Rosendahl.
Daher stammt auch die Idee mit den speziellen Eintöpfen. „Es sind schöne Portionen für Menschen, die zwischendurch mal keine Lust haben, für eine Person zu kochen“, erklärt die Hofladen Betreiberin. Der größte Renner neben der Milch ist allerdings die selbstgemachte Konfitüre. „Neben den klassischen Sorten bieten wir hier auch Sorten an, die man nicht überall bekommt. Zum Beispiel Rhabarber-Himbeere und Holunder-Quitte.“ Und in der Vorweihnachtszeit lohnt ein Besuch im Bauernladen besonders, weil dann selbst gebacken wird. Darüber hinaus lässt sich der Besuch auf dem Ellscheider Hof wunderbar mit einem Wanderausflug an die nahegelegene Elp kombinieren, wo mit viel ehrenamtlichem Engagement der alte Trafoturm restauriert und in einen Artenschutzturm für Fledermäuse, Vögel und Insekten hergerichtet wurde. Zudem lädt ganz in der Nähe das historische Dorf Gruiten zu einem Bummel ein.

www.gut-ellscheid.de

Marcus Italiani, Fotos: Susanne Schaper, Marcus Italiani, Gut Ellscheid