Es tut sich was auf der kulinarischen Landkarte im Bergischen. Auch 2025 eröffneten viele spannende Gastronomiebetriebe, die vor allem eines beweisen: eine breite, internationale Vielfalt, die schmeckt. ENGELBERT-Autor Micha Walmsley hat sich umgesehen und empfiehlt einige vielversprechende Newcomer.
Ni Hao (Haan)
Unsere Genussreise beginnt in Haan, wo Inhaber Xiang Liu zusammen mit seiner Mutter und einem engagierten Team seit März 2025 im Ni Hao allerlei chinesische Spezialitäten serviert. Xiang Liu weiß, dass die originale chinesische Küche nicht hundertprozentig zu den deutschen Geschmacks- und Essgewohnheiten passt. Daher bietet das Ni Hao einen attraktiven Mix an, der seinen Landsleuten genauso mundet wie seinen deutschen Nachbarn sowie allen anderen Gästen, die ihn in seinem neuen Restaurant besuchen. Erfahrung sammelte der noch recht junge Inhaber bereits in Restaurants in Düsseldorf und Essen – das Ni Hao ist aber sein erstes eigenes Projekt. Nach einer kurzen Beschnupperungsphase freut sich das Team mittlerweile über eine wachsende Stammkundschaft und genießt deren Vertrauen. Kein Wunder, denn jedes Menü auf der Karte wird frisch mit besten Zutaten zubereitet. Und wenn es mal etwas weniger scharf oder etwas süßer sein soll, geht man hier offen auf jegliche Wünsche ein. Das Ni Hao ist täglich von 12 bis 15 und von 17 bis 22 Uhr geöffnet.
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Pizzeria Casanova (Solingen)
Nur einen Katzensprung entfernt von Haan finden wir uns in Solingen wieder. Genau gegenüber des Theater und Konzerthauses Solingen haben Gülay Kocak und ihr Mann Sefo die Pizzeria Casanova eröffnet – nach einer längeren Pause ihr bereits fünftes Restaurant. Erfahrung, Liebe zum Detail und Leidenschaft für gutes Essen spürt man hier in jeder Ecke. Gerade der familiäre Aspekt macht hier den Unterschied, denn sogar die eigenen Kinder sind vor dem Pizzaofen groß geworden – erst 1992 in der Düsseldorfer Altstadt in der Pizzeria ihres Bruders, jetzt in Solingen. Wie man als Familie mit türkischen Wurzeln zu italienischer Pizza kommt, ist demnach auch mit der Geschichte in Düsseldorf zu erklären. Trotz der wirklich guten türkischen Küche sind heute beide froh, nicht den offensichtlichen Weg mit Döner und Adana-Spieß gegangen zu sein. Die beiden lieben die italienische Küche genauso, konzentrieren sich daher auf Pizza, Pasta und Salate. Kleine Karte, großer Genuss. Selbst Fans der umstrittenen Pizza Hawaii können sich bei den Kocaks sicher fühlen, denn hier ist alles erlaubt, was schmeckt. Vielleicht probiert man auch mal die von Gülay Kocak abgewandelte Version mit Thunfisch statt Schinken? Scharfes Öl und Knoblauch sorgen zusammen mit der frischen Ananas für erstaunlich harmonische Geschmackserlebnisse. Die beiden freuen sich montags bis samstags von 12 bis 22 und sonn- und feiertags von 17 bis 22 Uhr auf alte und neue Gesichter.

Geez Café (Solingen)
Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: „Life doesn’t work without coffee”. Diese Weisheit ist fast so alt wie der Kaffee selbst. Ganz frisch im Hofgarten Solingen ist hingegen das Geez Café (gesprochen Ge-Es), in dem man seit September 2025 äthiopische und eritreische Kaffeekultur erleben und schmecken kann. Das kleine, liebevoll eingerichtete Café importiert die frisch gerösteten Kaffeebohnen direkt aus Äthiopien, was einen einzigartigen Geschmack verspricht. Wer sich neben den gängigen Kaffeespezialitäten auch für die Kultur hinter unser aller Lieblingsheißgetränk interessiert, kann hier vor Ort eine traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie erleben und so Geschichte und Genuss noch einmal neu entdecken. Eine Möglichkeit, die sich einem nicht überall bietet. Einzigartig ist auch, dass im Geez Café zum Getränk immer hausgemachtes Popcorn gereicht wird – als liebevoller Willkommensgruß. Wenn man mit Speck Mäuse fängt, sollte sich bei diesem süßen Bonus schnell eine treue Stammkundschaft im sympathischen Café einfinden. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Hofgartens, und so kann man montags bis samstags von 8 bis 19 Uhr das potenzielle neue Lieblingscafé besuchen.
GREAT (Solingen)
Wie fasst man ein „unvergessliches kulinarisches Erlebnis, das die Traditionen und Aromen Griechenlands in einer modernen Variante widerspiegelt“, in einem Wort zusammen? GREAT. Das neue griechische Restaurant im Herzen von Solingen macht den Namen zum Programm, denn hier wird der besondere Genuss zelebriert. Dabei passt alles zusammen: Ambiente, Inneneinrichtung, Deko, Speisen, Getränke und das ganze Drumherum – alles wirkt extrem hochwertig und mit Liebe zum Detail konzipiert. Neben klassischen griechischen Gerichten in „moderner 2.0-Cuisine” können sich Fans von Backwaren und Süßspeisen auf Kreationen der hauseigenen Patisserie freuen. Hier erzählt jedes Gebäck eine Geschichte – von den sonnenverwöhnten Olivenhainen bis hin zu den duftenden Märkten der Ägäis. On top bietet der GREAT-Catering-Service an, private Feiern vor Ort durchzuführen und sich dabei verwöhnen zu lassen. Und wenn am Ende der obligatorische Ouzo serviert wird, kann es nur ein Fazit geben: Das war GREAT. Erleben kann man dieses Spektakel täglich von 9 bis 23 Uhr – die Bar schließt freitags und samstags sogar erst um 2 Uhr.

Haus Pfaffenberg (Solingen)

René Memedow ist als Gastronom alles andere als ein Neuling. Der 43-jährige Restaurantfachmann hat bereits in der Schweiz und in Österreich in der Gastronomie gearbeitet. Im April 2025 hat er mit seinem Team das Haus Pfaffenberg übernommen und ein neues Konzept mit bodenständiger Küche und kreativen Ideen etabliert. Mal herzhaft-regional, mal international inspiriert – frische Zutaten und das feine Gespür für das, was gut schmeckt, sind jedoch immer mit dabei. Rheinischer Sauerbraten, Wiener Schnitzel oder veganes Non-Chicken-Curry sind nur einige der vielen Highlights auf der Speisekarte, die eine breite Masse geschmacklich abholen kann. In der Küche geht es frisch, vielfältig, saisonal und mit Liebe zum Detail zur Sache. Die Ergebnisse können sich sehen und schmecken lassen. Zusätzlich bietet das Pfaffenberg im Innenraum und auf der Terrasse Platz für 50 bis 60 Personen, um privat wie beruflich feiern zu können. Wer sich traut, findet hier auch einen offiziell zugelassenen Ort für standesamtliche Trauungen. Festliches Ambiente, exzellenter Service und kulinarischer Genuss werden unter einem Dach vereint. Vom Sektempfang auf der Terrasse bis zum individuellen Menü wird im Haus Pfaffenberg an alles gedacht. Dienstags ist zwar Ruhetag, aber an allen anderen Werktagen ist das stilvolle Restaurant von 17 bis 22 Uhr geöffnet, samstags und sonntags bereits ab 12 Uhr.
Shamrock Irish Pub (Remscheid)
Feiern wie auf der grünen Insel und das mitten in Remscheid? Das geht seit Juli 2025 in der historischen Altstadt von Lennep – im Shamrock, dem „Old Town Pub” von Annabelle Krauss, Torsten Dehnke und ihrem Team. Im traditionell eingerichteten Pub findet sich wirklich alles, was die Herzen der Fans britischer und irischer Kultur höher schlagen lässt: eine feine Auswahl an Guiness-, Cider oder anderen Fassbieren, Live-Musik, Dart, Kicker, Billard sowie Quizabende. In gemütlicher Atmosphäre kann man hier neue Leute kennenlernen und einfach eine gute Zeit haben. Annabelle und Torsten kennen sich damit aus, denn das Shamrock ist, neben dem Green Goose Pub und dem Miro, ihr mittlerweile drittes „Baby”. Entsprechend professionell und einladend wirkt das Shamrock, sobald man die Räumlichkeit betritt. Der bombastische Zuspruch bestätigt, dass hier eine Lücke geschlossen wurde. Ein Grund ist die Atmosphäre, die Irish Pubs so besonders machen. Alle sind willkommen und eingeladen, Teil der Kultur zu sein. Daher ist es auch kein Problem, dass die beiden hinter dem Shamrock gar keine irischen Wurzeln, aber literweise Herzblut für die Pub-Kultur haben. Eine Leidenschaft, die ansteckt und großen Spaß macht. Diesen Spaß kann man montags bis freitags ab 17.30 Uhr, samstags ab 14 und sonntags sogar ab 12 Uhr live erleben.
