Die Tourismusagentur Die Bergischen Drei verbindet die drei bergischen Großstädte Wuppertal, Solingen und Remscheid zu einer gemeinsamen Region. Die Präsentation der Sehenswürdigkeiten, die Pflege der historischen Hintergründe und die Förderung von Rad- und Wanderrouten gehören zu den touristischen Aufgaben.
Drei Städte, eine Region: Die Tourismusagentur Die Bergischen Drei bündelt, was geografisch ohnehin zusammengehört. Remscheid, Solingen und Wuppertal liegen so dicht beieinander, dass ein Ausflügler morgens Schloss Burg besteigen, mittags durch das Wuppertal in der Schwebebahn gleiten und abends am Fuß der Müngstener Brücke stehen kann, ohne mehr als eine halbe Autostunde zurückgelegt zu haben. Kurze Wege mit einer großen Wirkung. Das klingt nach Marketingversprechen, ist aber die Realität. Die Region lebt ihre Geschichte, denn Werkzeuge und Schneidwaren haben das Bergische Land geformt wie das Wasser die Täler, langsam, tief, dauerhaft. Die Textilindustrie webte sich in Dörfer und Stadtbilder ein, und wer heute durch Solingen läuft, liest die Industriekultur von den Fassaden ab, so als sei man in einem Archiv aus Klinker und Stahl. Solinger Messer erreichten Küchen in aller Welt, bevor die Welt wusste, wo das Bergische liegt. Das Museum Haus Cleff in Remscheid zeigt, wie aus Handwerk Weltruf wird. Keine Nostalgie, sondern ein lebendiger Beweis.

Touristische Attraktionen
Neues kommt dazu. Seit einigen Jahren lässt sich die Müngstener Brücke nicht mehr nur bestaunen, sondern besteigen. Ein Anbieter führt Gruppen über das Stahlgeflecht der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, 107 Meter Anne Gebuhr plant für die touristische Zukunft. über dem Fluss, mit freiem Blick bis in die Täler des Bergischen Landes. In Europa gibt es kein vergleichbares Angebot. Der Reiz liegt nicht allein in der Höhe, sondern darin, dass man begreift, welche Kraft Menschen in Eisen gießen können. Parallel öffnet Schloss Burg nach über acht Jahren Restauration wieder vollständig seine Tore. Das Wahrzeichen über der Wupper gibt neue Einblicke in das Leben im Mittelalter und lässt Besucher durch Räume gehen, die Jahrzehnte lang gesperrt blieben. Kein Theater, kein Staub. Geschichte, die man greifen kann. Der Bergische Panorama-Radweg zieht Radfahrer auf stillgelegten Bahntrassen durch Täler und Höhenrücken. Die alten Gleisbetten tragen jetzt Fahrräder statt Güterwaggons. Das Gefälle bleibt sanft, die Aussichten wechseln schnell. 2024 kürte eine Jury den Bergischen Weg zum schönsten Wanderweg Deutschlands. 14 Etappen, von denen jede anders ist. Die Agentur Die Bergischen Drei arbeitet als Marketingverein und bündelt Netzwerke statt Fördermittel. Mitglieder schnüren buchbare Pakete, empfehlen sich gegenseitig, treten gemeinsam auf Messen auf. Was einzelne Anbieter nicht schaffen, schafft der Verbund. Er trägt die Region nach außen. Wer allein wirbt, geht unter. Wer gemeinsam wirbt, setzt Anker.

Digitale Kanäle werden ausgebaut

„Die Stärke der Bergischen Drei liegt darin, dass wir Natur, Industriekultur und Stadt auf engem Raum erlebbar machen – von Schloss Burg über die Müngstener Brücke bis zur Wuppertaler Schwebebahn – und diese Vielfalt immer wieder neu erzählen“, sagt Geschäftsführerin Anne Gebuhr. Neu erzählen, das ist der Kern. Die Schwebebahn schwebt seit 1901, das Schloss steht seit dem Mittelalter, die Brücke überquert die Wupper seit 1897. Das Alte bleibt. Was sich verändert, ist der Blick darauf. Für die kommende Saison baut die Agentur die digitalen Kanäle weiter aus, tritt überregional auf Messen auf und stößt innerhalb des Vereins neue Zusammenarbeit an, aus der buchbare Angebote entstehen. Neue Gäste gewinnen, Stammgäste öfter zurückbringen. Das ist der Plan. Angesichts seiner Schönheit braucht das Bergische Land keine weiteren Argumente. Man muss nur hinfahren.
Holger Bernert, Fotos: Holger Bernert, Bergische Gesellschaft, Christian Beier
