Sommertipps für den heimischen Garten

Der Burscheider Reiner Höpken ist Garten-Experte und erklärt, was es jetzt in den heimischen grünen Oasen zu tun und zu beachten gibt.

Kunterbunt, das ist ein Trend jetzt im Sommer für die heimischen Gärten. Außerdem setzen die Leute immer mehr auf Stauden, weil diese langlebiger sind und im Vergleich zu einjährigen blühenden Pflanzen vermeintlich weniger Arbeit machen. Das stimmt aber nur bedingt, denn: „Wenn man möchte, dass Stauden auch im nächsten Jahr wieder voll blühen, muss man das ganze Jahr das Unkraut um sie herum entfernen“, sagt der Burscheider Gärtner Reiner Höpken. Für Farbe sorgen jetzt auch sommerblühende Stauden wie Pfingstrosen, Mohn, hohe Glockenblumen oder Rittersporn. „Diese sollte man nach der Blüte bodennah zurückschneiden. Manche blühen dann auch im Herbst noch ein zweites Mal.“ Beliebt sind weiterhin auch Geranien oder Fuchsien in allen Formen und Farben: „Das sind Pflanzen, die im Sommer ohne Pause durchblühen und die man teilweise auch anders als zum Beispiel Petunien entsprechend geschützt überwintern kann.“ Dazu kommen beliebte Sträucher aus dem Mittelmeerraum wie Oleander oder die Bougainvillea oder auch Zitrussträucher. „Diese muss man aber gut mit Wasser versorgen und im Winter ebenfalls ins Haus holen.“ Ein weiterer Trend ist der Anbau von Obst und Gemüse vor der eigenen Haustür: „Jetzt ist die Zeit gekommen, in der man frostempfindliche Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken, Kürbisse oder Zucchini setzen oder säen kann. Davor muss der Boden gut aufgelockert und dann mit Humus, Hornspänen oder Schafswollpellets gedüngt werden, welche die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen versorgen.“ Auch bei Rasen ist im Garten jetzt Arbeit angesagt: Neben dem regelmäßigen Mähen kann der Rasen noch vertikutiert und gedüngt werden. „Dazu kommen Fehlstellen im Rasen, wo man jetzt nachsäen kann. Das ist effektiver und günstiger als mit Rollrasen zu arbeiten. Beim übermäßigen Mooswuchs sollte man nach dem Vertikutieren grob gemahlenen Rasenkalk über die betroffenen Flächen streuen“, erklärt der Gartenexperte. Bei blühenden Sträuchern und Gehölzen gilt es, immer erst die Blüte abzuwarten und danach die Pflanze zurückzuschneiden und sie so in die gewünschte Form zu bringen. „Dann hat sie genügend Zeit, um im kommenden Jahr wieder neue Triebe zu bilden und blüht so entsprechend schön.“ Bei den Rosen sollte man auf Mehltau oder Läuse achten und möglichst täglich kontrollieren. „Für Mehltau gibt es alte Hausmittel wie in Wasser aufgelöstes Backpulver, aber auch Sprühmittel auf Schwefelbasis, die für andere Insekten nicht gefährlich sind. Das gilt auch bei den Mitteln gegen Läuse. Sind es nur wenige, reicht es auch, diese einfach mit der Hand abzustreifen. Wer Marienkäfer im Garten hat, kann auf diese als natürliche Schädlingsbekämpfer setzen.“ Eines der zentralen Themen in den häufig heißen und trockenen Sommern ist das richtige Gießen. „Das ist besonders bei allem wichtig, was neu gepflanzt wird. Da muss man regelmäßig zwei- bis dreimal in der Woche kräftig gießen und nicht nur die Oberfläche nass machen. Wer in die Ferien fährt und nicht den Nachbarn fragen will, für den bietet sich eine Bewässerungsanlage mit Zeitschaltuhr an, die es schon ab 150 Euro zu kaufen gibt. Beim Rasen braucht man sich bei der Wasserversorgung keine großen Sorgen zu machen. Der wird bei längerer Hitze vielleicht etwas braun, erholt sich dann aber schnell wieder, wenn es regnet“, sagt Reiner Höpken.

Juniorchef Torsten Höpken mit farbenfrohen Begonien

Stephan Eppinger, Fotos: Nadja Lehmann, Doro Siewert