Die Falknerei Bergisch Land auf der Stadtgrenze zwischen Remscheid und Wuppertal-Ronsdorf ist ein beliebter Anziehungspunkt für die ganze Familie. Falknerin Carola Schossow bietet hier unter anderem regelmäßige Flugshows mit Greifvögeln und Eulen an.
Weißkopfseeadlerdame Alaska hat heute keine Lust. Während Grobi, der weit größere Riesenseeadler, seinen täglichen Ausflug auf weiten Schwingen genießt, hüpft ist heute nun mal nicht Alaska Falkner Christian Grundke nur kurz vom linken, handschuhbewehrten Arm auf die Wiese – das war’s. Die Thermik, also der klimabedingte Auftrieb, der ihr das Segeln erleichtern würde, optimal. Alaska müsste sich bemühen, um in die Luft zu kommen – und zu bleiben – und das ist ihr offensichtlich zu anstrengend. Denn: Adler sind pragmatisch. Und sie sind vorsichtig, versuchen, Verletzungen zu vermeiden. Dass Grobi auf seinem späteren Heimflug von einer aggressiven Gans und einer streitlustigen Krähe belästigt wird, sagt viel über den Adler als „König der Lüfte“. Die beiden gefiederten Herrschaften jedenfalls leben in der Falknerei Bergisch Land, zusammen mit rund 38 weiteren Greifvögeln. In großzügigen Volieren residieren unterschiedliche Eulen-, Falken- Geier-, Bussard- und eben Adlerarten, manche von ihnen je nach Vorliebe aber auch in Anbindehaltung direkt unter freiem Himmel. Seit 2007 unterhält Carola Schossow ihre Falknerei in Remscheid – auf einem Gelände von etwa 6500 Quadratmetern. „Ich bin in einer Jägerfamilie groß geworden“, sagt die Falknerin. „Und in unserem Wildpark gab es einen zahmen Uhu, der mich sehr faszinierte. Diese Faszination hat mich nicht mehr losgelassen.“ Die Falknerei – also die Kunst, mit Vögeln zu jagen, auch Beizjagd genannt – gibt es schon seit mehr als 4000 Jahren. Mittlerweile wurde sie in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Carola Schossow, die mit ihrer Falknerei selbst keine Jagd betreibt, geht es allerdings zum einen um das alte Handwerk und die Haltung der imposanten, zumeist nicht sozial lebenden Tiere, zum anderen um den Arterhalt. Zurzeit sind vier Jungtiere in der Falknerei anzutreffen, darunter ein Geierküken – das seine Eltern mit ihren großen Körpern vor neugierigen Blicken abschirmen. „Wir haben Zoostatus, dürfen also eine öffentliche Falknerei betreiben“, sagt Carola Schossow, die ihr Gelände ab März bis Anfang November nahezu täglich für Besucher öffnet.



Wissen vermitteln und Umweltbewusstsein fördern
Und da das Falknern heutzutage auch dazu dient, das Umweltbewusstsein zu fördern, können Interessierte die Tiere zudem bei Flugshows gegen einen kleinen Obolus bewundern und dabei einiges über sie lernen. Zum Beispiel, dass der männliche Greifvogel „Terzel“ heißt, weil er immer ein Drittel, also eine Terz, kleiner ist als das „Weib“ – so der Fachbegriff für das weibliche Tier. Außerdem, dass die Eule als nachtaktiver Kosmopolit auf der ganzen Erde zu Hause ist. Und dass manche Greifvögel die Fähigkeit haben, ultraviolettes Licht zu sehen. So können sie Mäuse-Urin – und damit Mäuse – ganz leicht aufspüren. Eine Stunde lang erfahren die rund 25 Teilnehmer, die zur heutigen Flugshow gekommen sind, eine Menge über die Vögel, die mit ihren Schwingen zuweilen ihre Köpfe streifen. Im Anschluss gibt es nach Wunsch Kaffee und frische Waffeln, aber auch Infos über weitere Angebote der Falknerei. Darunter die Möglichkeit, mit einem Wüstenbussard bei der „Freien Folge“ auf Tuchfühlung zu gehen oder bei „Falkner für einen Tag“, das traditionsreiche Handwerk hautnah kennenzulernen. nachtaktiver Kosmopolit auf der ganzen Erde zu Hause ist. Und dass manche Greifvögel die Fähigkeit haben, ultraviolettes Licht zu sehen. So können sie Mäuse-Urin – und damit Mäuse – ganz leicht aufspüren. Eine Stunde lang erfahren die rund 25 Teilnehmer, die zur heutigen Flugshow gekommen sind, eine Menge über die Vögel, die mit ihren Schwingen zuweilen ihre Köpfe streifen. Im Anschluss gibt es nach Wunsch Kaffee und frische Waffeln, aber auch Infos über weitere Angebote der Falknerei. Darunter die Möglichkeit, mit einem Wüstenbussard bei „Sehr viele Menschen begeistern sich für Greifvögel“, sagt Carola Schossow. Folglich buchen auch etliche Teambuilding-Events mit den gefiederten Tieren, die auch Highlight privater Feiern sein können, indem sie zum Beispiel Brautpaaren die Trauringe überbringen. Außerdem beliebt sind professionelle Fotoshootings mit den Greifvögeln, siehe unser aktuelles Cover.
Deniz Karius, Fotos: Doro Siewert, Sarah Hegemama Fotografie
