Es gibt viel zu tun

In Sachen Garten sollte man nichts dem Zufall überlassen. Der Burscheider Gartenexperte Reiner Höpken erklärt, wie man den Garten auf den bevorstehenden Winter und das Frühjahr vorbereitet.

Im Herbst kommt die Natur langsam zur Ruhe – die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken stetig. Jetzt ist die Zeit, in der man den Garten winterfest machen und für das kommende Frühjahr vorbereiten muss. Was zu tun ist, erklärt der Burscheider Gartenexperte Reiner Höpken: „Der Oktober ist ein guter Monat, um die Zwiebeln für Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Schneeglöckchen und Krokusse in die Erde zu bringen. Die Blumenzwiebeln sollten dabei mit einer Schicht von etwa fünf Zentimetern Erde Purpurglöckchen bringen auch im Winter Farbe ins Blumenbeet. bedeckt sein, das schützt sie auch vor dem Frost. Sinnvoll ist zudem, zu den Tulpen und Hyazinthen auch Kaiserkronen zu pflanzen, die halten die Wühlmäuse ab, sind mehrjährig und sehen mit ihren gelben und orangen Blüten auch noch sehr schön aus. So hat man im Frühling dann einen schön bunt blühenden Garten. Bei den Tulpen ist aktuell Rot besonders angesagt.” Wer es schon im Herbst schön bunt haben möchte, setzt auf die Besenheide, die es in Weiß über Dunkelrot bis hin zu Violett zu kaufen gibt. Sie blüht in der Regel bis Weihnachten. „Wichtig ist aber, die Pflanze unbedingt feucht zu halten und nicht austrocknen zu lassen. Sonst verliert sie ihre Blüten. Man kann die Heide auch ins Beet setzen, dann muss man sie aber im Februar oder März auf etwa zehn Zentimeter zurückschneiden. Dafür sorgen in der Lüneburger Heide die Heidschnucken, wenn sie die Pflanzen abfressen. Das hat den Effekt, dass sie im Herbst wieder voll blühen.” Wer es auch nach Weihnachten noch bunt haben möchte, setzt auf die englische oder die Schneeheide, die vom Dezember bis in den April hinein blüht. „Idealerweise wählt man verschiedene Arten für ein Beet, dann blüht immer etwas. Komplettieren kann man die Heidelandschaft mit Wacholdersträuchern oder Scheinzypressen. Die kann man jetzt wie andere Sträucher und Bäume idealerweise pflanzen. Im feuchten Winter haben es zum Beispiel Obstbäume leichter, tiefe Wurzeln zu schlagen. Für sie ist die Zeit kurz nach dem Laubfall die beste Pflanzzeit. Andere farbenfrohe Winterblüher sind zum Beispiel Purpurglöckchen, Günsel, Stiefmütterchen oder Hornveilchen.“

Der Rasen braucht speziellen Dünger

Beim von der Sommerhitze und der Trockenheit geplagten Rasen muss im Einzelfall entschieden werden, ob im Oktober noch einmal gemäht werden muss. „Was sich anbietet, ist das Säen in Fehlstellen im Rasen, dann ist im Frühjahr alles wieder schön und gleichmäßig grün. Beim Dünger sollte man nur speziellen, auf Kalium basierenden Herbstdünger verwenden. Der härtet die Zellwände der Pflanze und macht diese im Winter widerstandsfähiger gegen Frost und Kälte”, erklärt Höpken. Was den Schnitt von anderen Pflanzen wie Sträuchern oder Bäumen angeht, ist im Herbst Zurückhaltung angesagt. „Möglich ist ein Formschnitt, zum Beispiel bei Koniferen oder immergrünen Sträuchern wie dem Kirschlorbeer, um diese auch vor Schneebruch zu schützen. Beim Rest sollte man bis zum Ausgang des Winters warten. Und bei Stauden ist der Schnitt im Frühjahr besser für die Pflanzen und für die Tiere. Bei Rosen sollte man nur alte Blüten und Knospen entfernen, da sich darin Schädlinge ansammeln und überwintern könnten. Die abgeschnittenen Pflanzenteile müssen deshalb auch unbedingt im Müll entsorgten werden.”

Mediterrane Pflanzen gehören jetzt ins Haus

Was Ziergräser wie das Pampasgras angeht, hat Reiner Höpken auch Tipps auf Lager: „Die ganz großen Gräser sollte man leicht einkürzen, sodass sie unter dem Schnee nicht abbrechen. Kleinere Sorten wie das Pampasgras sollte man zusammenbinden, damit Wasser nicht in die Mitte der Pflanze vordringen und sie zum Verfaulen bringen kann. Ansonsten sind die Gräser auch im Winter ein guter Schmuck für den Garten. Im Frühjahr muss man dann die Ziergräser gut düngen, am besten mit einem Mix aus klassischem Rasendünger und Naturdünger wie Hornspänen.” Nicht draußen in der Kälte stehen bleiben sollten mediterrane Pflanzen wie Hibiskus, Oleander, Bougainvillea, Olivenbäumchen oder Zitruspflanzen. „Diese Pflanzen sollte man jetzt im Herbst nach drinnen holen. Ein Raum wie eine Garage ist dabei ideal. Dort ist Gießen nur etwa einmal im Monat angesagt, es sei denn der Raum ist geheizt, dann muss man öfter gießen.“


Stephan Eppinger, Fotos: GettyImages/Martina Unbehauen; Kreisfotos: Doro Siewert; onepony; TG23